…der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern. Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch Deine Angst und Pein.“
Jochen Kleppers Gedichte sind mit Herzblut geschrieben. Sie berühren bis heute und wirken auch als Kirchenlieder tröstend und glaubensstärkend.
Der sensible, künstlerisch begabte Pfarrersohn lebte in der Zeit der zwei Weltkriege. Er heiratete eine 13 Jahre ältere, jüdische Frau, eine Witwe mit zwei Töchtern. Elf Jahre lang konnten sie sich an ihrer Liebe freuen und sich gegenseitig Halt geben, in den Wirren und Unruhen jener Zeit. Zu ihren Freunden und Gästen gehörten namhafte Journalisten, Künstler und Mitglieder der Bekennnenden Kirche.
Jochen Kleppers Veröffentlichungen fanden sofort viel Zuspruch. Die Rechte an seinem Roman „Der Vater“ verkaufte er an die angesehene Berliner Filmgesellschaft Tobis, die einen Dreiteiler daraus machen wollte. Obwohl er stets die Öffentlichkeit scheute wurde er auch in seiner Zeit als Soldat überall erkannt als Autor dieser und weiterer beliebten Erzählungen.
Mit seinem Hang zur Schwermut, der durch verwirrende Erlebnisse in seiner Gymnasialzeit noch bestärkt wurde, tat sich der Jochen Klepper niemals leicht im Leben. Seine Tagebuchaufzeichnungen und Briefe zeigen, wie er auch immer wieder um seinen Glauben rang und aus seinem tiefen Vertrauen zu Gott lebte. Das ist wohl das Geheimnis hinter den berührenden geistlichen Texten, die als Kirchenlieder fester Bestandteil der Gesangbücher geworden sind.
In dieser neuen Romanbiografie beleuchtet Elisabeth Eberle die biografischen Daten mit einem warmen Licht. Sie bettet sie ein in kleine Szenen und Begebenheiten, die den Charakter Jochen Kleppers lebendig machen. Plötzlich versteht man, wieso es sein kann, dass er und seine Frau in Deutschland geblieben sind. Man atmet förmlich das Lebensgefühl jener Generation.
Im Dezember 1942 sahen Jochen Klepper, seine Frau Hanni und deren Tochter Renate keinen anderen Ausweg als die gemeinsame Selbsttötung, um der Verfolgung und dem KZ zu entgehen. zum Buch >>>
„Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht“
Zur Ergänzung empfehlen wir die Klepper-Biografie von Markus Baum. Mit diesen beiden Büchern ergibt sich ein rundes, klares Bild dieses beeindruckenden Dichters Jochen Klepper >>>
