Schlag nach bei Luther

Bis zum Luther-Jahr 2017 dauert es noch etwas, aber schon werfen die Ereignisse ihre Schatten voraus.Der Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 ist das symbolische Datum, das von der evangelischen Landeskirche zum Anlass genommen wird, die Reformation in ihrem 500. Jahr ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken.

Die ehemalige Bischöfin Margot Kässmann wirbt als PR-Frau für das Jubiläumsjahr. Sie betont dabei auch den weit über die Kirche hinausreichenden Einfluss Luthers, der in unserer Kuktur viele Spuren hinterlassen hat. Sie sagt dazu: „Für mich ist es der weite Blick der Freiheit, den Luther hatte. Entscheidend ist das einzelne Gewissen und nicht etwa die Maßstäbe, die eine höhere Instanz setzt. Evangelium darf nicht mit Moralismus verwechselt werden.“ Und sie macht auch deutlich: „Luther ist nicht dieser reine Held. Deswegen kann es auch keinen Kult um Luther geben. Er ist für mich ein Mensch, der mit einem Fuß noch tief im Mittelalter steht und mit dem anderen schon ganz weit in die Neuzeit schreitet.“ Als Solcher hat er eine Reformation in Gang gesetzt und Texte geschaffen, die bis heute berühren und bereichern, weil es immer sein Anliegen war, „dem Volk aufs Maul“ zu schauen.

Eine Auswahl an Luthertexten für den Alltag legt Margot Käßmann jetzt vor, Ein Nachschlagewerk, sortiert nach Stichworten wie Glauben, Kinder, Trost, Beten, Musik, Essen und Trinken, Krieg und Frieden. Für Luther-Kenner und für Neugierige gleichermaßen interessant.