Auf zu neuen Ufern

Auf zu neuen Ufern – Befreit zu einem ehrlichen Glauben, der trägt – Arne Kopfermann – Pb, 336 S. – 17,00 €

Arne Kopfermann ist als Musiker und Texter eine bekannte Größe in der deutschsprachigen Lobpreis-Szene. Seine charismatisch geprägten Lieder hat er immer aus tiefster Überzeugung gesungen. Bis persönliche Schicksalsschläge sein Leben in Frage gestellt haben. Als seine zehnjährige Tochter bei einem Autounfall starb, verloren viele seiner bisherigen Glaubenssätze ihre Tragfähigkeit. Warum hat Gott seine Familie nicht verschont? Warum haben die Gebete so vieler glaubensstarker Christen keine Heilung und Lebensrettung bewirkt? Zweifel, Versagen und Enttäuschung waren plötzlich nicht mehr wegzudiskutieren. Er musste sich dem Zerbruch stellen. Und er erlebte einen Umbruch. Davon berichtet er hier, sehr persönlich und gleichzeitig exemplarisch für viele gläubige Christen, die mit ihren felsenfesten Überzeugungen irgendwann Schiffbruch erlitten haben; weil das tatsächliche Leben anders läuft, als geplant, erhofft und geglaubt.

Das Ziel dabei ist ein mündiger Glaube, der sich im Laufe der Lebensabschnitte wandeln darf. Dafür wirft Kopfermann einen Blick auf die Kirchenbekenntnisse und Gesellschaftsströmungen und auf die Psychologie der Veränderung. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Kapitel “Drei Brillen des Glaubens”. Hier wird die eigene Prägung anhand von drei grundlegenden Glaubensmustern analysiert: es geht um die Muster Schuld-Vergebung, Angst-Macht und Scham-Annahme. Diese Angst-, Scham- und Schuldorientierung sind wesentliche Verhaltensraster, die sich in unserer christlichen Frömmigkeit wiederfinden und nebeneinderher existieren. “Sie beeinflussen maßgeblich unser Weltbild, unsere Ethik und letztlich unsere gesamte Identität,” schreibt Kopfermann. “Wir neigen dazu, die Gefährdung der anderen Frömmigkeitsstile sehr genau ausmachen zu können, sind oft aber blind für die Schattenseite unserer eigenen Sicht” (Seite 205).

Kopfermann liefert in diesem Buch eine Analyse, die vielen Christen helfen wird, die eigene persönliche Entwicklung zu verstehen, ebenso die Veränderungen in Gemeinde und kirchlichem Umfeld. Dabei ist das Buch eine Ermutigung dazu, erwartungsvoll weiter zu gehen. Es macht deutlich, dass der Glaube kein Standpunkt ist, sondern ein Marathon. Ein lebenslanger Weg, auf dem wir als Christen aber nicht alleine unterwegs sind. In seiner Suche nach einer tragfähigen Gottesbeziehung hat der Autor mit offenem Herzen auf die Stimmen von anderen Gläubigen gehört, die sich bewusst mit diesen Fragen auseinandersetzen. Auch sie kommen in diesem Buch mit ihren bedenkenswerten Aussagen zu Wort (u.a. Tobias Faix, Christian A. Schwartz, Thorsten Dietz, Michael Herbst).

Ein Meilenstein für alle, die unterwegs sind. Befreit zu einem ehrlichen Glauben, der trägt. Zum BUCH mit LESEPROBE >>>